Coronavirus - Chancen in der Krise

Chancen am Kapitalmarkt

Weder das Platzen einer Internetblase, noch die fortwährende Schuldenkrise oder die Gefahr eines Auseinanderbrechens unseres Währungssystems sind Auslöser für die aktuelle Krise, die weltweit den Alltag von Menschen, Organisationen und Märkten ins Stocken bringt. Nein, es ist ein Virus, der seinen Weg in rasantem Tempo aus dem fernen China bis vor unsere Haustür gemacht hat.

Die drastischen Maßnahmen zur Reduzierung der Ausbreitungsgeschwindigkeit und zum Schutz der Gesundheitssysteme und somit der Menschen stellen Staaten, Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen teilweise vor existenzielle Herausforderungen. Dies führte in den letzten Wochen zu massiven Unsicherheiten an den Kapitalmärkten. Staaten und Zentralbanken begegnen diesen Entwicklungen mit Rettungspakten, Schutzschirmen und Ankaufprogrammen, wie wir sie zuletzt in der Finanzkriese 2008 erlebt haben. Die starken Bewegungen in den verschiedenen Anlageklassen stellen für viele Anleger auch die eigentlich langfristig ausgerichteten Anlagestrategien und -lösungen kurzfristig in Frage.

Derzeit kann wohl niemand vollumfänglich abschätzen, wie viele Menschen von dem Virus betroffen und wie stark die wirtschaftlichen Rückschläge tatsächlich ausfallen werden. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Kapitalmärkte auch in den nächsten Wochen mitunter starken Schwankungen ausgesetzt sein werden.

Rational betrachtet sind Kursrückschläge an den Kapitalmärkten nicht ungewöhnlich und es hat sie, auch in ähnlicher Ausprägung wie heute, in der Vergangenheit immer wieder gegeben. In der kurzfristigen Akutphase führen diese Entwicklungen allerdings zu vielfach irrationalem Handeln welches auch als Panik bekannt ist. In der Nachbetrachtung allerdings boten genau diese Phasen aber auch immer wieder Chancen.

So mussten wir in den vergangenen Monaten sehr viele Anleger vertrösten, die über Fonds in Immobilien investieren wollten. Aufgrund der attraktiven Renditen war das Anlageinteresse der Anleger nämlich höher als der Kapitalbedarf der Immobilienfonds und ein Erwerb vieler Fonds nur über die Börse mit erheblichem Aufschlag und nicht über die Fondsgesellschaften möglich. Hier bietet sich unseres Erachtens nun die Chance zum Einstieg und zum Ausbau des Immobilieninvestments – zu günstigen Preisen, da einige Anleger auf Grund von Risikobudgets und ähnlichen Mechanismen gezwungen sind diese Anteile kurzfristig aufzugeben.

Auch langfristig orientierte Aktienanleger nehmen inzwischen wieder die Gunst der Stunde wahr und investieren in defensive Werte. Diese haben sich nämlich in den letzten Jahrzehnten – trotz aller Krisen – als sehr solides Investment bewiesen. Sie schütteten regelmäßig Dividenden aus und erholten sich auch von mitunter recht starken Rückschlägen in einem überschaubaren Zeitraum. Mit Blick auf die ungewisse Perspektive der kommenden Wochen und Monate kann das Aufsetzen von Sparplänen mit regelmäßigen Einzahlungen die Suche nach dem „richtigen Zeitpunkt“ überflüssig machen. Einmalbeträge werden in der aktuellen Börsensituation häufig gesplittet und zunächst z.B. 25% der geplanten Investitionssumme angelegt, um investiert zu sein und dennoch flexibel auf die weiteren Börsenentwicklungen reagieren zu können.

Wir sind uns der Herausforderungen sehr wohl bewusst, die auf die Unternehmer und die Vermieter zukommen, wenn es zu einem länger anhaltenden Stillstand der Wirtschaft kommt. Gleichwohl fühlen wir uns gerade heute in unserer Auffassung bestätigt, dass das Anlagevermögen breitgefächert auf verschiedene Anlageklassen – Aktien, Immobilien, aber ebenso verzinsliche Wertpapiere - aufzuteilen ist, um für die verschiedensten und nicht vorhersehbaren Ereignisse gewappnet zu sein.

Lassen Sie uns in diesen unruhigen Zeiten den Blick auf die Chancen richten!


DKM

1. Trotz der nun eingeleiteten Lockerungsmaßnahmen wird es in diesem Jahr zu einer Rezession kommen, deren Folgen noch nicht absehbar sind.
2. Die Ausweitung der Verschuldungen sollen nicht zu den gleichen Effekten führen, wie sie nach der Finanzkrise 2009 eingetreten sind. Dies spricht für anhaltend niedrige Zinsen.
3. Der Wunsch nach einer Lockerung der Beschränkungen wird lauter. Dennoch werden wohl erst nach Entwicklung eines Impfstoffes Schritte in diese Richtung vorgenommen.
Fazit: Die Rückkehr zur Normalität kann nur schrittweise erfolgen. Deshalb raten wir dazu, auch die sich nun bietenden Chancen schrittweise zu nutzen.

Lassen Sie sich beraten!

Union Investment

Die Analysten der Union Investment nehmen Stellung zum aktuellen Marktgeschehen.

DZ Bank

Der Chefvolkswirt der DZ BANK, Stefan Bielmeier, analysiert und kommentiert die aktuellen Wirtschaftsnachrichten – auch zu den Entwicklungen des Coronavirus – in seinem Blog.