Ausstellung in der DKM

„Alter digital gedacht“

Zwei große Entwicklungen bestimmen unsere Gesellschaft jetzt und in Zukunft: der demografische Wandel und die Digitalisierung.

Wie sich die Digitalisierung nutzen lässt, um im Alter die geistige Gesundheit zu fördern und Menschen mit dementiellen Veränderungen zu unterstützen – dieser Frage sind Studierende der Fachbereichs Sozialwesen der FH Münster nachgegangen und haben dazu eine Wanderausstellung konzipiert. Diese Ausstellung zeigen wir noch bis zum 30.10. in unserer Kassenhalle.

Das Spektrum der Themen reicht von neuen Möglichkeiten zur Unterhaltung und Anregung mit Tablets und Virtuelle-Realitäts-Brillen über Formen der „digitalen Prävention“ bis hin zum reflektierten Einsatz von Ortungssystemen und emotionaler Robotik.

Konkrete Ideen wie die App „Auguste“, die ein digitales Hirnleistungstraining anbietet und von Menschen mit Demenzerkrankung, Pflegenden und Angehörigen eingesetzt werden kann, sind ebenfalls Inhalte der Ausstellung. Virtuelle-Realitätsbrillen dagegen bieten die Möglichkeit, an bekannte und unbekannte Orte zu reisen, um diese sehend und hörend neu zu entdecken, sowie Erinnerungen anzuregen. Unterstützende Thematiken wie Robotik oder Ortungssysteme runden die Ausstellung, die auch auf mögliche Nachteile einzelner Lösungen eingeht, ab.

Der Markt an digitalen Senioren-Hilfsmitteln ist schier grenzenlos. Praktisch, dass die Caritas in der Diözese Münster aktuell zwei „DigitAltenhilfeBOXen“ mit verschiedensten technischen Geräten zum Ausleihen anbietet. In der DigitAltenhilfebox befinden sich unterschiedliche digitale Hilfsmittel für Senioren u.a.: Roboter-Katze, GPS-Sender, Digitale-Uhr zur Messung der Vitalwerte, VR-Brille oder „Trinki“, ein Trinkerinnerer. Die Boxen wurden von der DKM finanziert und werden in Form eines Koffers an ambulante und stationäre Altenhilfeeinrichtungen verliehen.

Manche der enthaltenen digitalen Hilfsmittel erleichtern den Alltag, wenn die eigenen Möglichkeiten alters- oder krankheitsbedingt eingeschränkt sind wie zum Beispiel die sprechende Uhr oder eine seniorengerechte Tastatur.

Dr. Gesa Linnemann, Nachwuchsprofessorin an der FH Münster und beim DICV Münster im Referat Altenhilfe Ansprechpartnerin für Digitalisierung in der Altenhilfe, hat sowohl die Ausstellung wie auch die "DigitAltenhilfeBOX" initiiert. Ihr geht es vor allem darum, dass die Mitarbeitenden vor Ort die digitalen Hilfsmittel ausprobieren und überlegen, was im Alltag sinnvoll einsetzbar ist. Unterschiedlich sind da die Meinungen zur Roboter-Katze, die schnurrt und sich bewegt, wenn sie gestreichelt wird. Gedacht ist sie für demenzkranke Menschen. Auf Rückmeldebögen und in einem Logbuch, dass den Koffern beiliegt, können die Erkenntnisse festgehalten und untereinander ausgetauscht werden.

Ein weiteres Projekt, dass sich mit technischen Assistenz-Lösungen auseinandersetzt ist „TAT-Technische Assistenz Tilbeck“. Das Projekt wird von „Aktion Mensch“ gefördert und bietet ein umfangreiches Beratungsangebot, welches sich an ältere Menschen und Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen richtet, um geeignete technische Produkte zu finden, die eine selbstständige Lebensführung fördern, erleichtern und bewahren können. Beispiele hierfür sind Herdsensoren, die bei akuter Brandgefahr die Stromzufuhr des Herdes automatisch abstellen, Sensorsysteme zur automatischen Notfallerkennung oder der „Alles-ist-aus“- Schalter, der bei Verlassen der Wohnung oder des Hauses per Schalter oder Türkontakt den gesamten Strom der Wohnung (nicht Kühlschrank etc.) ausstellt.