Neues Jahr, neue Regeln, neue Gesetze

Gesetzliche Änderungen 2018

In den vergangenen Wochen haben Sie – teilweise mehrfach – Post von uns oder unseren Verbundpartnern bekommen, in der über diverse Änderungen informiert worden, die ab 2018 in Kraft treten. Insbesondere gesetzliche Neuausrichtungen, die von Natur aus eher unübersichtlich sind, fassen wir an dieser Stelle für Sie zusammen:

Neue Regeln für das Wertpapiergeschäft
Seit dem 3. Januar 2018 gelten die Vorgaben der europäischen Finanzmarktrichtlinie (MiFID II / MiFIR) mit dem Ziel einer weiteren Stärkung des Anlegerschutzes und einer erhöhten Transparenz am Finanzmarkt.
Das „Beratungsprotokoll“, bei dem der wesentliche Verlauf des Gespräches dokumentiert wurde, wird künftig durch die „Geeignetheitserklärung“ ersetzt. In letzterer wird die vom Berater erteilte Empfehlung dokumentiert und deren Eignung für den Kunden seitens der Bank bestätigt. Darüber hinaus erhält der Kunde vor der Ausführung eines Wertpapierauftrages eine detaillierte Kostenaufstellung der mit dem jeweiligen Geschäft verbundenen direkten und indirekten Kosten. Da diese Aufstellung stets schriftlich zu erfolgen hat, empfehlen wir Ihnen zur Sicherstellung einer schnellen und reibungslosen Abwicklung den elektronischen Postkorb in der Online-Filiale freizuschalten.
Telefonische Beratungsgespräche und Wertpapieraufträge, sind ab dem 3. Januar 2018 seitens der Bank verpflichtend aufzuzeichnen.

Steuern auf inländische Investmentfonds
Bislang wurden die Erträge aus Investmentfonds an die Anleger ausgeschüttet und erst auf Kundenebene voll versteuert. Das neue „Investmentsteuerreformgesetz“ führt eine Körperschaftssteuerpflicht für Sondervermögen ein, die bereits auf Fondsebene erhoben wird.  Die im Fonds erhobene Körperschaftssteuer beträgt 15% auf Erträge aus deutschen Aktien, Renten und Immobilien. Das bedeutet also, dass vom Fonds selbst Steuern abgeführt werden, die es bislang nicht abzuführen galt. Um eine Doppelbesteuerung auf Fonds- und auf Anlegerebene für Privatanleger zu reduzieren bzw. zu vermeiden, kommt der Steuergesetzgeber dem Anleger mit so genannten „Teilfreistellungen“ entgegen. So sind beispielsweise Ausschüttungen von Investmentfonds, die einen Aktienanteil von mindestens 51% aufweisen, für den Anleger zu 30% steuerfrei und Besitzer von Immobilienfondsanteilen können bei den Ausschüttungen sogar von Steuerfreiheiten von 60% bis 80% profitieren.
Hartnäckig hielt sich in den letzten Wochen das Gerücht, dass in diesem Zusammenhang alle Gewinne aus Fondsanlagen, die vor 2009 erworben wurden und somit steuerfrei sind, künftig voll besteuert werden. Das ist so nicht ganz korrekt. Zunächst ist nämlich festzuhalten, dass bis 2017 aufgelaufene Kursgewinne aus diesen „Altanteilen“ auch weiterhin steuerfrei bleiben. Für künftige Kursgewinne aus „Altanteilen“, also die, die ab 2018 neu entstehen, wurde ein Freibetrag von 100.000 EUR eingeräumt. Somit wird praktisch erst ab 2018 gerechnet.  Ehepaare haben zudem für das gemeinsame Depot die doppelte Summe, 200.000 EUR.

Höhere Zulagen für die Riester-Rente
Die bislang auf 154 EUR festgelegte Grundzulage für Riester-Verträge steigt ab dem nächsten Jahr auf 175 EUR.

Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz
Ebenfalls ab dem nächsten Jahr sind Banken dazu angehalten, nicht nur von allen Kunden, sondern auch von den Kontobevollmächtigten und den möglicherweise wirtschaftlich Berechtigten die persönliche Steuer-Identifikationsnummer einzuholen.


Zu guter Letzt: Der 500-Euro-Schein
Vorab: Die 500-Euro-Scheine werden NICHT abgeschafft und sie behalten auch weiterhin ihre Gültigkeit als gesetzliches Zahlungsmittel! Ab Ende 2018 werden schlichtweg keine neuen 500-Euro-Scheine mehr gedruckt.